Passe die Makronährstoffe an, wenn sich das Training verändert

Passe die Makronährstoffe an, wenn sich das Training verändert

Wenn sich das Training verändert – vom kraftorientierten Wintertraining zum ausdauerbetonten Frühjahr oder von einer Reha-Phase zur intensiven Wettkampfvorbereitung – verändert sich auch der Bedarf des Körpers. Das betrifft nicht nur die Gesamtenergie, sondern vor allem die Verteilung der Makronährstoffe: Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett. Eine angepasste Ernährung kann entscheidend sein für Leistungsfähigkeit, Regeneration und allgemeines Wohlbefinden.
Warum Makronährstoffe wichtig sind
Makronährstoffe sind die Bausteine und der Treibstoff unseres Körpers. Kohlenhydrate liefern schnelle Energie, Eiweiß unterstützt den Muskelaufbau und die Regeneration, und Fette sind wichtig für Hormonhaushalt und Ausdauer. Wenn sich die Trainingsform ändert, verschiebt sich auch das Verhältnis, in dem der Körper diese Nährstoffe benötigt.
Ein Kraftsportler, der regelmäßig schwere Gewichte hebt, braucht mehr Eiweiß, um Muskeln aufzubauen. Ein Ausdauersportler, der viele Kilometer läuft oder Rad fährt, benötigt dagegen mehr Kohlenhydrate, um die Energiereserven aufzufüllen. Es geht also nicht darum, mehr oder weniger zu essen, sondern darum, richtig zu essen – passend zur Trainingsbelastung.
Vom Kraft- zum Ausdauertraining
Wenn du von Krafttraining zu mehr Ausdauertraining – etwa Laufen, Radfahren oder Schwimmen – wechselst, solltest du den Anteil an Kohlenhydraten in deiner Ernährung schrittweise erhöhen. Kohlenhydrate sind die wichtigste Energiequelle bei längerer, moderater bis intensiver Belastung.
- Erhöhe den Anteil an Vollkornprodukten, Obst und Gemüse – sie liefern Energie und Ballaststoffe, die den Blutzucker stabil halten.
- Halte die Eiweißzufuhr konstant, aber meist reicht etwas weniger als in intensiven Kraftphasen.
- Setze auf gesunde Fette wie Nüsse, Avocado und Olivenöl – sie unterstützen Regeneration und Energiehaushalt.
Ein Richtwert: Bei regelmäßigem Ausdauertraining können 50–60 % der Energiezufuhr aus Kohlenhydraten stammen.
Vom Ausdauer- zum Krafttraining
Wenn du den Fokus vom Laufen oder Radfahren auf Krafttraining legst, sollte der Eiweißanteil steigen. Muskeln benötigen Aminosäuren zur Reparatur und zum Wachstum, und eine höhere Eiweißzufuhr hilft, Muskelmasse zu erhalten oder aufzubauen.
- Integriere Eiweiß in jede Mahlzeit – z. B. durch Eier, Fisch, Geflügel, Hülsenfrüchte oder Milchprodukte.
- Kohlenhydrate bleiben wichtig, sollten aber vor allem rund um das Training konsumiert werden, wenn der Körper sie am effektivsten nutzt.
- Fettzufuhr stabil halten, da Fette die Hormonproduktion unterstützen, die für Muskelaufbau relevant ist.
Ein täglicher Eiweißkonsum von etwa 1,6–2,0 g pro Kilogramm Körpergewicht ist für regelmäßiges Krafttraining oft ideal.
Wenn das Training intensiver wird
Steigt die Trainingshäufigkeit oder -intensität – etwa in der Wettkampfvorbereitung oder bei neuen Trainingszielen – erhöht sich der Energiebedarf insgesamt. Dann ist es wichtig, auf Hunger, Energielevel und Regeneration zu achten.
- Iss 2–3 Stunden vor dem Training eine kohlenhydratreiche Mahlzeit, um die Energiespeicher zu füllen.
- Sorge nach dem Training für schnelle Energie, z. B. durch Obst oder einen Smoothie, um die Regeneration zu starten.
- Beobachte Gewicht und Leistungsfähigkeit – anhaltende Müdigkeit oder Gewichtsverlust können auf zu geringe Energiezufuhr hinweisen.
Wenn du das Training reduzierst oder pausierst
In Phasen mit weniger Bewegung – etwa bei Verletzungen, Urlaub oder bewusster Regeneration – sinkt der Energiebedarf, während der Eiweißbedarf relativ hoch bleibt. So lässt sich Muskelmasse besser erhalten.
- Reduziere Kohlenhydrate, vor allem einfache wie Weißbrot, Pasta oder Reis.
- Halte die Eiweißzufuhr aufrecht, am besten mit mageren Quellen.
- Fokussiere dich auf Gemüse und gesunde Fette, um Immunsystem und Stoffwechsel zu unterstützen.
Es geht nicht darum, eine Diät zu beginnen, sondern die Ernährung an das geringere Aktivitätsniveau anzupassen, um Gewichtszunahme oder Muskelabbau zu vermeiden.
Auf den Körper hören – und regelmäßig anpassen
Es gibt keine universelle Formel für die perfekte Makronährstoffverteilung. Sie hängt von Körperbau, Trainingsumfang, Zielen und Regenerationsfähigkeit ab. Das Wichtigste ist, auf den eigenen Körper zu hören: Fühlst du dich energielos, hungrig oder leistungsstark? Kleine Anpassungen können große Wirkung zeigen.
Eine gute Faustregel: Überprüfe deine Ernährung immer dann, wenn sich dein Training verändert. So bleibt deine Ernährung im Einklang mit deiner Entwicklung – und du holst das Beste aus deinem Training heraus.










