Gras, Heu und Silage – die natürliche und einfache Grundlage der Pferdefütterung

Warum Raufutter die wichtigste Grundlage für eine gesunde Pferdeernährung ist
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Gras, Heu und Silage sind die natürlichen Hauptbestandteile der Pferdefütterung. Sie liefern Energie, Nährstoffe und Ballaststoffe, fördern die Verdauung und tragen entscheidend zum Wohlbefinden des Pferdes bei. Erfahre, warum einfaches Raufutter oft die beste Wahl ist – und wie du dein Pferd optimal damit versorgst.
Johannes Arnold
Johannes
Arnold

Gras, Heu und Silage – die natürliche und einfache Grundlage der Pferdefütterung

Warum Raufutter die wichtigste Grundlage für eine gesunde Pferdeernährung ist
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Gras, Heu und Silage sind die natürlichen Hauptbestandteile der Pferdefütterung. Sie liefern Energie, Nährstoffe und Ballaststoffe, fördern die Verdauung und tragen entscheidend zum Wohlbefinden des Pferdes bei. Erfahre, warum einfaches Raufutter oft die beste Wahl ist – und wie du dein Pferd optimal damit versorgst.
Johannes Arnold
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Gras, Heu und Silage bilden die Basis nahezu jeder Pferdefütterung. Sie sind die natürlichsten und grundlegendsten Futtermittel, die den Bedarf des Pferdes an Energie, Rohfaser und Nährstoffen decken – und gleichzeitig Verdauung und Wohlbefinden unterstützen. In einer Zeit, in der viele Pferdehalter zu Ergänzungsfuttern, Spezialmischungen und Zusatzstoffen greifen, lohnt es sich, sich daran zu erinnern: Das Verdauungssystem des Pferdes ist auf eines ausgelegt – die Verwertung von Raufutter.

Das Verdauungssystem des Pferdes ist auf Fasern spezialisiert

Das Pferd ist ein Pflanzenfresser, dessen Verdauung auf die Aufnahme großer Mengen faserreicher Nahrung über viele Stunden hinweg ausgelegt ist. In freier Wildbahn verbringen Pferde bis zu 16 Stunden täglich mit Grasen. Die stetige Aufnahme kleiner Futtermengen hält den Magen in Bewegung und sorgt für eine kontinuierliche Speichelproduktion, die vor Magengeschwüren schützt.

Wird ein Pferd mit zu wenig Raufutter oder zu großen Mengen Kraftfutter gefüttert, gerät dieses Gleichgewicht leicht aus der Balance. Die Folgen können Koliken, Magengeschwüre oder Verhaltensprobleme sein. Deshalb sollte Raufutter immer den größten Anteil der täglichen Ration ausmachen – sowohl aus gesundheitlichen Gründen als auch zur Förderung des natürlichen Fressverhaltens.

Gras – die frische Grundlage

Im Sommer ist frisches Weidegras die natürlichste Nahrungsquelle. Es enthält Wasser, Rohfaser, Zucker und Eiweiß in unterschiedlichen Mengen – abhängig von Jahreszeit, Bodenbeschaffenheit und Pflanzenbestand. Für viele Pferde deckt Weidegras in den Sommermonaten den gesamten Energiebedarf, doch für leichtfuttrige Rassen kann es schnell zu energiereich werden.

Deshalb ist es wichtig, Menge und Qualität des Grases zu beurteilen. Besonders im Frühjahr kann junges, zuckerreiches Gras das Risiko für Hufrehe erhöhen. In solchen Zeiten kann es sinnvoll sein, die Weidezeit zu begrenzen oder eine Fressbremse zu verwenden.

Heu – der klassische Winterfutterlieferant

Wenn das Gras im Herbst nicht mehr wächst, wird Heu zur Hauptquelle des Raufutters. Heu ist getrocknetes Gras mit einem Wassergehalt von etwa 10–15 %. Durch die Trocknung ist es lange haltbar, muss aber sorgfältig geerntet und gelagert werden, um Schimmel und Staub zu vermeiden.

Gutes Heu duftet frisch und aromatisch, nicht muffig oder staubig. Eine Analyse des Nährstoffgehalts ist empfehlenswert, um Energie- und Eiweißgehalt zu kennen. Die Qualität hängt stark vom Schnittzeitpunkt ab: Früh geschnittenes Heu enthält mehr Energie und Eiweiß, später geschnittenes Heu dagegen mehr Rohfaser und weniger Energie – ideal für leichtfuttrige Pferde.

Silage – die moderne Alternative

Silage (oder Heulage) ist ein zunehmend beliebtes Raufutter. Dabei wird das Gras gepresst und luftdicht in Folie verpackt, während es noch einen höheren Feuchtigkeitsgehalt (etwa 40–60 %) hat. Unter Sauerstoffabschluss setzt eine milde Gärung ein, die das Futter auf natürliche Weise konserviert.

Der Vorteil von Silage liegt in der geringen Staubbelastung und dem höheren Nährstofferhalt im Vergleich zu Heu. Sie eignet sich besonders für Pferde mit Atemwegsproblemen. Wichtig ist jedoch eine sorgfältige Handhabung: Beschädigte Folie kann Schimmelbildung verursachen, und angebrochene Ballen sollten – vor allem im Sommer – innerhalb weniger Tage verfüttert werden.

Wie viel Raufutter braucht das Pferd?

Als Faustregel gilt: Ein Pferd sollte täglich mindestens 1,5–2 kg Trockensubstanz an Raufutter pro 100 kg Körpergewicht erhalten. Ein 500-kg-Pferd benötigt also etwa 7,5–10 kg Heu oder 9–12 kg Silage, abhängig vom Wassergehalt. Viele Pferde kommen mit noch größeren Mengen besser zurecht, insbesondere wenn sie kein oder nur wenig Kraftfutter bekommen.

Das Raufutter sollte über den Tag verteilt angeboten werden, idealerweise in mehreren Portionen oder über Heunetze, damit das Pferd möglichst lange kauen kann. Das beugt Magenproblemen vor und sorgt für Ruhe und Zufriedenheit im Stall.

Kraftfutter – nur als Ergänzung

Kraftfutter kann für Pferde mit hohem Energiebedarf – etwa Sportpferde oder tragende Stuten – notwendig sein. Für die meisten Freizeitpferde ist es jedoch nur eine Ergänzung. Die Basis sollte immer das Raufutter bilden, während Kraftfutter individuell nach Arbeitsleistung, Alter und Körperkondition angepasst wird.

Eine Analyse des Grundfutters ist ein guter Ausgangspunkt, um gezielt Mineralstoffe und gegebenenfalls etwas Getreide oder Pellets zu ergänzen. So lässt sich eine ausgewogene, bedarfsgerechte Fütterung sicherstellen, ohne das Pferd zu überversorgen.

Das Einfache ist oft das Beste

Pferdefütterung muss nicht kompliziert sein. Im Gegenteil: Erfahrung und Forschung zeigen, dass Pferde auf einer einfachen, faserreichen Ernährung aus Gras, Heu und Silage am besten gedeihen. Diese Fütterung unterstützt Verdauung, Zahngesundheit und das natürliche Fressverhalten.

Wer die Fütterung auf hochwertiges Raufutter aufbaut und sie an die individuellen Bedürfnisse des Pferdes anpasst, schafft eine gesunde, stabile und wirtschaftliche Grundlage – ganz im Sinne der Natur des Pferdes.