Trainingswoche für Reiter: So kombinierst du Reiten mit effektivem Fitnesstraining außerhalb des Stalls

Trainingswoche für Reiter: So kombinierst du Reiten mit effektivem Fitnesstraining außerhalb des Stalls

Reiten ist eine anspruchsvolle Sportart, die Balance, Kraft, Beweglichkeit und Körperbewusstsein erfordert. Doch viele Reiterinnen und Reiter vergessen, dass die Leistung im Sattel stark davon abhängt, wie gut der Körper auch außerhalb des Stalls trainiert wird. Ein gezieltes Fitnesstraining kann nicht nur deine Reitweise verbessern, sondern auch Verletzungen vorbeugen und dir mehr Energie im Alltag geben. Hier erfährst du, wie du eine effektive Trainingswoche gestalten kannst, die zu deinem Reiterleben passt.
Warum Reiter zusätzliches Fitnesstraining brauchen
Auch wenn Reiten körperlich fordernd ist, beansprucht es bestimmte Muskelgruppen immer wieder – vor allem Beine, Rumpf und Rücken. Andere Bereiche werden dagegen oft vernachlässigt. Das kann zu muskulären Dysbalancen, Verspannungen und eingeschränkter Beweglichkeit führen.
Gezieltes Training außerhalb des Stalls hilft dir dabei:
- Die Rumpfmuskulatur zu stärken, um stabiler im Sattel zu sitzen und die Bewegungen deines Pferdes besser mitzugehen.
- Die Ausdauer zu verbessern, damit du auch bei längeren Trainingseinheiten konzentriert bleibst.
- Die Beweglichkeit zu erhöhen, was zu einer harmonischeren und feineren Reitweise führt.
- Verletzungen vorzubeugen, insbesondere im Rücken-, Hüft- und Schulterbereich.
Kurz gesagt: Je fitter du selbst bist, desto leichter fällt es deinem Pferd, korrekt zu arbeiten.
So kann eine Trainingswoche aussehen
Eine gute Trainingswoche für Reiterinnen und Reiter sollte ausgewogen sein – zwischen Reiten, Regeneration und ergänzendem Training. Hier ein Beispiel für eine mögliche Struktur:
- Montag: Reiten + 30 Minuten Core-Training (Plank, Beinheben, Bauchübungen)
- Dienstag: Ausdauertraining – z. B. Joggen, Radfahren oder Schwimmen für 30–45 Minuten
- Mittwoch: Reiten + Dehnung oder Yoga
- Donnerstag: Krafttraining mit Fokus auf Beine und Rücken
- Freitag: Aktiver Ruhetag – Spaziergang oder leichte Mobilitätsübungen
- Samstag: Reiten (Dressur- oder Springtraining)
- Sonntag: Ruhe oder sanftes Yoga
Natürlich kannst du den Plan an deine Reitzeiten und deinen Alltag anpassen. Wichtig ist, dass du für Abwechslung und Erholung sorgst.
Fokus auf Core und Balance
Der Rumpf – also die Muskulatur rund um Bauch, Rücken und Hüfte – ist das Fundament einer guten Reiterhaltung. Eine starke Core-Muskulatur hilft dir, ruhig im Sattel zu sitzen, die Bewegungen deines Pferdes zu absorbieren und präzise Hilfen zu geben.
Effektive Übungen für Reiter sind zum Beispiel:
- Plank und Side Plank – kräftigen den gesamten Rumpf.
- Glute Bridge (Beckenheben) – aktiviert Gesäß und unteren Rücken.
- Dead Bug und Bird Dog – fördern Koordination und Stabilität.
- Balanceübungen auf einem Gymnastikball oder Balancekissen – verbessern Reaktionsfähigkeit und Körperkontrolle.
Diese Übungen lassen sich leicht zu Hause durchführen und benötigen kaum Equipment.
Ausdauer und Kondition
Reiten mag von außen ruhig wirken, doch es erfordert viel Ausdauer, um über längere Zeit konzentriert und kontrolliert zu bleiben. Daher lohnt es sich, regelmäßig Ausdauertraining einzubauen.
Du musst kein Marathonläufer werden – zwei bis drei Einheiten pro Woche mit moderater Intensität reichen aus. Radfahren, Schwimmen oder Intervalltraining sind gelenkschonende Alternativen, die Herz und Kreislauf stärken.
Beweglichkeit und Mobilität
Viele Reiter kämpfen mit verkürzten Hüftbeugern, steifen Schultern oder Verspannungen im unteren Rücken. Regelmäßiges Dehnen oder Yoga kann hier wahre Wunder wirken. Es verbessert die Beweglichkeit und hilft dir, entspannter und symmetrischer im Sattel zu sitzen.
Besonders wichtig sind Dehnübungen für:
- Hüftbeuger und Oberschenkelrückseite
- Brust und Schultern
- Lendenwirbelsäule und Nacken
Schon ein paar Minuten Stretching nach dem Reiten oder Training können spürbare Verbesserungen bringen.
Regeneration – der oft unterschätzte Teil des Trainings
Reiterinnen und Reiter sind es gewohnt, ständig aktiv zu sein, doch der Körper braucht Pausen, um stärker zu werden. Achte auf ausreichend Schlaf, trinke genug Wasser und plane mindestens einen Ruhetag pro Woche ein. Leichte Bewegung wie Spaziergänge oder Mobilitätsübungen unterstützen die Regeneration, ohne den Körper zu überlasten.
Motivation und Durchhaltevermögen
Es ist nicht immer leicht, neben Stall, Beruf und Alltag noch Zeit für zusätzliches Training zu finden. Der Schlüssel liegt in kleinen, realistischen Schritten: 20 Minuten gezieltes Training sind besser als gar nichts. Erstelle dir einen Plan, der zu deinem Alltag passt, und setze dir erreichbare Ziele. Viele Reiterinnen und Reiter finden Motivation in Gruppenkursen oder Online-Programmen, die speziell auf Reiterfitness ausgerichtet sind.
Ein fitter Reiter – ein zufriedenes Pferd
Wenn du in deine eigene Fitness investierst, profitiert auch dein Pferd davon. Ein Reiter mit guter Balance, Kraft und Körperkontrolle erleichtert dem Pferd die Arbeit und beugt Überlastungen vor. Das stärkt euer Vertrauen und führt zu einer harmonischeren Partnerschaft – im Training wie im Wettkampf.










